Fintech will never die

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On March 10th, 2000, the burst of the so called Dot-Com Bubble started. After nearly doubling within only one year and peaking at 5048, the NASDAQ index fell as much as 78% in the aftermath of that day. Clearly, estimates vary, but it is said that the astonishing sum of USD 1.7 trillion were lost in less than a year.

Shedding the “e-“ prefix and “.com” suffix

The vanishing assets were the most obvious and immediate consequences of this remarkable period. Yet, the burst of the Dot-Com Bubble had also other ramifications. Expressions, names and language changed rather abruptly. While the “e-“ prefix was widely adopted for products and firms before March 10th, companies were now shedding the “-e” attribute faster than an Alaskan Malamute its winter coat during springtime. The same happened to the “.com” suffix. All of sudden no firm wanted to be associated with eCommerce any longer; bricks and mortar became fashionable again. Even email turned into mail and – to make it distinguishable – to what was previously termed mail, postal mail became snail mail.

Absorbing Dot-Com technology

Yet, the eCommerce and Dot-Com technology did not disappear. On the contrary, the innovations made in the years leading up to the bubble burst prevailed. Web technologies have never been as pervasively applied as today. A Web sales channel or at least an information outlet has become a standard for most enterprises in the western world. Hence, Internet technology did not disappear with the burst of the Dot-Com Bubble. Rather than that, it was absorbed, transformed and adopted by the majority of firms and turned into a business standard.

After the burst of the Fintech bubble

The same will happen to Fintech. It is safe to say that we will see a Fintech bubble burst in the years to come. Turning into an outcast in the eyes of investors Fintech will then disappear as a label. However, a good share of the innovations brought forward by Fintech firms will then be absorbed by other players, such as by incumbent banks, insurers and software companies.

In 1996 Wesley Willis released his album “Rock ‘n’ Roll Will Never Die”. The Rock ‘n’ Roll that evolved in the United States during the late 1940s and early 1950s has ever since been absorbed, transformed and adopted by other musicians around the world. In that sense Rock ‘n’ Roll is truly immortal. The same will apply to Fintech.

Dr. Patrick Schüffel, Professsor, Institute of Finance, Haute école de gestion, Fribourg Chemin du Musée 4, CH-1700 Fribourg, patrick.schueffel@hefr.ch, www.heg-fr.ch

ARBEITSMARKT – Selbst Top-Jobs sind in den kommenden Jahrzehnten bedroht. Die Finanzbranche macht da keine Ausnahme.

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Nr. 168 vom 31.08.2016 Seite 030

Sie sind, mit ihrer Mischung aus hochkompliziertem Denken, Intuition und mitunter leidenschaftlich verteidigten Grundsätzen, sozusagen die Theologen des Kapitalismus: die Ökonomen. Kaum ein Berufsstand im Bankbereich genießt so hohes intellektuelles Ansehen. Nirgendwo sonst spielt akademisches Denken im Geschäft eine vergleichbar große Rolle. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass auch im Jahr 2033 Banken noch Ökonomen beschäftigen? Nach Meinung von Patrick Schüffel, Finanz-Professor im schweizerischen Freiburg, wird dieser Job zwischen 2023 und 2033 mit einer Wahrscheinlichkeit von 43 Prozent vom Computer übernommen. Ein Beispiel dafür, dass der digitale Kollege, der uns in den letzten Jahren mehr und Routinearbeit abgenommen hat, künftig auch intellektuelle Aufgaben übernimmt.

Schüffel stützt sich bei seiner Prognose auf eine Arbeit von Carl Benedikt Frey und Michael Osborne mit dem Titel “The Future of Employment”. Darin haben die beiden Wissenschaftler, gestützt auf offizielle Jobbeschreibungen der US-Regierung, 702 Berufe untersucht. Sie prüften mit einem mathematischen Modell, das auf Basis bisheriger Trends Prognosen erstellte, die Wahrscheinlichkeit des Verschwindens von Jobprofilen. Ihre Schlussfolgerungen sind dramatisch: “Nach unseren Schätzungen sind 47 Prozent der Stellen in den USA einem hohen Risiko ausgesetzt. Das heißt, die entsprechenden Tätigkeiten können irgendwann in der Zukunft, vielleicht in zehn oder 20 Jahren, automatisiert werden.”

Schüffel hat gezielt die Daten für die Bankbranche für das Jahrzehnt bis 2033 aus der Studie herausgezogen. Die Ergebnisse zeigen eine große Bandbreite. So liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Verkäufer im Wertpapierbereich überflüssig werden, bei nur 1,6 Prozent. Auf der anderen Seite sind “persönliche Finanzberater” mit 58 Prozent Risiko in hohem Maße bedroht. Noch schlimmer sieht es für Leute aus, die lediglich per Hand Daten erfassen: Mit 99 Prozent Risiko hat der Beruf kaum eine Überlebenschance. Dasselbe gilt aber mit 98 Prozent auch für Buchhalter und Kreditsachbearbeiter. Zum Teil enthält die Aufstellung allerdings kaum erklärbare Differenzen: Finanz-Analysten sind nur zu 23 Prozent bedroht, Kredit-Analysten dagegen zu 98 Prozent.

Das letzte Beispiel zeigt die Grenzen derartiger Prognosen. Letztlich handelt es sich um Gedankenspiele, bei denen der eigentliche Wert weniger in den Prozentzahlen liegt als darin, Denkanstöße zu geben. Ein wichtiger Punkt ist dabei: Arbeiten, die allein eine hohe abstrakte Intelligenz erfordern, gelten als durchaus ersetzbar. Je mehr hingegen soziale Intelligenz und Kreativität gefragt sind, desto weniger Chancen hat Kollege Computer. Daher sind Verkäufer schwer zu ersetzen, auch wenn sie vielleicht weniger abstrakte Intelligenz brauchen als Ökonomen.

Soziale Kompetenz als ein Ausweg Ausschlaggebend für die Einschätzung der jeweiligen Berufe ist daher, wie die damit verbundenden Aufgaben eingeschätzt und gewichtet werden. Besteht die Aufgabe des Ökonomen vor allem darin, eine Konjunkturprognose für das nächste Quartal abzugeben? Dann hat der Kollege Computer eine gute Chance, ihn abzulösen. Schon heute gibt es Unternehmen wie etwa Now-Cast, bei denen selbstlernende Software kurzfristige Prognosen übernimmt. Oder besteht die Aufgabe der Ökonomen eher darin, Daten zu erklären und Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung zu analysieren? Da tut sich der Computer schon schwerer. Viele Bank-Ökonomen arbeiten zudem de facto in der Kundenbetreuung. Sie unterhalten sich mit Großkunden über ökonomische Fragen.

Das dient nicht nur dazu, harte Schlussfolgerungen, etwa für Investitionen, logisch abzuleiten. Anleger, die ihre Entscheidungen unter hoher Unsicherheit treffen müssen, suchen versierte Gesprächspartner, mit denen sie die Last dieser Unsicherheit teilen können. Bei dieser Aufgabe ist das persönliche Gespräch durch nichts zu ersetzen, nicht einmal durch Videokonferenzen, geschweige denn den Computer.

Das Beispiel zeigt, dass der Computer viele Berufe nicht ersetzt, sondern sie verändert und die Gewichte verschiebt. So gibt es etwa bei freien Finanzberatern in den USA den Trend, Anlage-Entscheidungen tatsächlich Computern, den sogenannten Robo-Advisern, zu überlassen. Kernaufgabe des Beraters ist dann nicht mehr, dem Kunden einen angeblich heißen Aktientipp zu geben. Vielmehr muss der Dienstleister helfen, eine Einschätzung seiner finanziellen Situation und Risikobereitschaft herzuleiten. Diese kann dann Grundlage für die maschinelle Verwaltung eines Depots werden.

Heute schon gibt es auch Firmen, die vom Handel an den Kapitalmärkten leben, ohne einen einzigen Händler zu beschäftigen. Die Aufträge werden vom Computer erledigt. Aber die jeweilige Software entsteht in Zusammenarbeit von Computer- und Kapitalmarktexperten. Für viele Banker dürfte gelten, was Frey und Osborne als Schlussfolgerung ziehen: “Damit Beschäftigte das Rennen gewinnen, müssen sie kreative und soziale Kompetenz erwerben.”

ZITATE FAKTEN MEINUNGEN
Nach unseren Schätzungen sind 47 Prozent der Stellen in den USA einem hohen Risiko ausgesetzt. Carl Benedikt Frey, Michael Osborne Professoren in Oxford

https://www.financial-career-bw.de/news-events/news/detailansicht/artikel/welche-bankjobs-der-computer-uumlbernimmt/

 

Is Your Banking Job Gone Soon?

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Fintech is steaming ahead at an incredible pace. What robots used to be for the automotive industry, algorithms have become to the banking industry.

Common wisdom had it that one’s job would be secure if one was well educated and kept up-to-date on the job. Now, however, we are increasingly facing a situation when even highly sophisticated occupations such as personal finance advisors as well as accountants and auditors will fall prey to digitalization.

The Future of Employment

In their 2013 study “The Future of Employment” Karl Benedikt Frey and Michael Osborne estimated the probability of computerization for 702 professions based on three factors: perception and manipulation tasks, creative intelligence tasks and social intelligence tasks.

Applied to Banking

Of those occupations examined by Frey and Osborne I have extracted those that I find relevant to the banking industry. The percentage figure displayed indicates the likelihood of that profession being computerized in “a decade or two”, i.e. between 2023 and 2033.

Occupation: Probability of Computerization

Sec., Commod., and Fin. Services Sales Agents: 1.6%
Financial Managers: 6.9%
Management Analysts: 13.0%
General and Operations Managers: 16.0%
Financial Analysts: 23.0%
Business Operations Specialists, All Other: 23.0%
Managers, All Other: 25.0%
Financial Specialists, All Other: 33.0%
Economists: 43.0%
Customer Service Representatives: 55.0%
Personal Financial Advisors: 58.0%
Administrative Services Managers: 73.0%
Loan Interviewers and Clerks: 92.0%
Accountants and Auditors: 94.0%
Credit Authorizers, Checkers, and Clerks: 97.0%
Tellers: 98.0%
Loan Officers: 98.0%
Credit Analysts: 98.0%
Brokerage Clerks: 98.0%
Bookkeeping, Accounting, and Auditing Clerks: 98.0%
New Accounts Clerks: 99.0%
Data Entry Keyers: 99.0%

Source: Frey, C. B., & Osborne, M. A. (2013). The future of employment. Oxford, UK: Oxford Martin Programme on Technology and Employment.

Dr. Patrick Schüffel, A.Dip.C., M.I.B., Dipl.-Kfm.
Professsor
Institute of Finance
Haute école de gestion Fribourg
Chemin du Musée 4
CH-1700 Fribourg
patrick.schueffel@hefr.ch, www.heg-fr.ch

What is Fintech? [Attempting] A Definition

What_is_Fintech_A_DefinitionIncreasingly often I am being asked by students, colleagues, investors, even friends and family “What is Fintech?”. I then typically answer “Fintech is an industry made up of organizations using novel financial technology to support or enable financial services”. And then, to avoid misunderstandings I add “A Fintech is an organization that uses novel financial technology to support or enable financial services”.

Yet, what sounds like a pretty straight-forward answer, was a hard nut to crack. In fact, the term Fintech is so often and widely used that some people even increasingly shun using it altogether.* To them the concept of Fintech has become too comprehensive and too ubiquitous to have any conclusive meaning any longer. For me it required quite a thought process to come up with a telling definition. This is due to several reasons.

Definitions are never true or false

First, a definition is never true or false per se, but more or less useful in a specific context. For instance, think about the term “power”. How would a physicist define it? How a politician? Which definition would a judge provide? Which explanation would an athlete give? Moreover, even within the domain of sports you are likely to receive different answers, depending on whom you ask. A weight lifter will most probably provide you with a different answer is than the fellow athlete from the same Olympic team who competes in synchronized swimming. Hence, we have to accept that – contingent on the counterparty you ask – one may well receive varying answers on the identical question. The same applies to the expression Fintech.

Looking at the most popular encyclopaedia of our times, Wikipedia, we can read that “[f]inancial technology, also known as fintech, is an economic industry composed of companies that use technology to make financial services more efficient.” (Wikipedia, 2016a). Conveniently enough for the reader, Wikipedia also provides us with the source for their definition. Wikipedia refers to the Wharton FinTech Club which provided this definition (Wharton Fintech, 2014). In a similar vein Susanne Chishti and Janos Barberis state in their landmark book on Fintechs that “Financial Technology or FinTech is one of the most promising industries in 2016” (Chishti & Barberis, 2016, p.5). The Oxford Dictionary tells us that Fintech is a mass noun (Oxford English Dictionary, 2016). More specifically this most authoritative source for British English suggests that Fintech are “Computer programs and other technology used to support or enable banking and financial services: fintech is one of the fastest-growing areas for venture capitalists”. In this context it may also be noteworthy that the most widely used dictionary and thesaurus for American English, Merriam-Webster, does not offer any definition for the term (Merriam-Webster, 2016).

On one popular Web sites in the Fintech sphere one can find the following definition “Fintech is a line of business based on using software to provide financial services.” (Fintech Weekly, 2016). Interestingly enough on that very Website reference is made to Wikipedia which – at least today – provides a different definition. On another blog from the finance world one can read a definition provided by Harry Wilson of Claro Partners: ”FinTech is an ecosystem of startups” (Wilson, 2015).

We could almost indefinitely continue this exercise of extracting definitions for the term Fintech from various authors. Yet, already from this very short although not representative selection of definitions, we can conclude that there is a vast range of meanings of the word Fintech: from “computer programs” and “other technologies” over “line of business” and “ecosystem” to an “industry”. This plethora of connotations makes it hard, if not impossible, to distil one commonly accepted explanation.

Interestingly enough even some of the biggest consultancies which certainly employ some of the smartest minds on the planet shy away from defining the term Fintech. Regularly one can find reports on Fintech related topics which do not provide any definition of the term Fintech itself; see for instance the McKinsey report on the effects of Fintech on banks by Dietz, Khanna, Olanrewaju & Rajgopal (2015) or the BCG report on the opportunities Fintech provides to corporate banks by Dany, Goyal, Schwarz, Berg, Scortecci & Baben (2016).

Definitions change over time

The second reason, why it is so inherently difficult to define the concept of Fintech is because definitions change over time. Also here we have some analogies. As an illustration think about the expression “information technology” (IT). In the early days of computing IT stood for items such punched tapes and cathode ray tubes. Today, however, we much rather associate things such as Motion User Interfaces, Bots and the Internet of Things with IT. Consequently, it is also safe to assume that the expression Fintech undergoes change. The definition provided by Investopedia pays tribute to this fact: “Fintech is a portmanteau of financial technology that describes an emerging financial services sector in the 21st century. Originally, the term applied to technology applied to the back-end of established consumer and trade financial institutions. Since the end of the first decade of the 21st century, the term has expanded to include any technological innovation in the financial sector, including innovations in financial literacy and education, retail banking, investment and even crypto-currencies like bitcoin.”  So, for the authors of Investopedia, Fintech was originally an expression describing banking backend technology, but widened over time to also encompass technological innovations in financial services and related areas (Investopedia, 2016). Following the authors of Investopedia Fintech is not just a mere industry, but also a technology and an expression for innovation.

The big difference of a small article

So far we have been talking about “Fintech” – without prefixed article. However, during conversations, but also in texts one also regularly encounters the expression “a Fintech”. Is there a difference between “Fintech” and “a Fintech”? If so, what is the difference? To my experience people typically refer to a Fintech company or more specifically to a Fintech start-up when they talk about “a Fintech”. Hence, the difference is the “level of analysis” as the scientist would say. As explained above “Fintech” without article typically relates to an entire a group of objects whereas “a Fintech” is just one single entity. This apparently small difference by the prefix “a”, can give rise to serious misunderstandings. To a politician, for instance, it will make a world of difference, whether he or she is asked to support creating an industry cluster or even entire industry or just one single firm. The same goes for a venture capitalist albeit with opposite signs.

Definitions vary across languages

Fourth and last, confusion about the term Fintech emerges from the fact that definitions can vary across languages. To illustrate this fact, I recommend to take a look at the various definitions of Fintech provided by different language versions of Wikipedia. The Italian site, for instance, states that Fintech is the “provision” of financial products and services using information technologies [“La tecnofinanza, o tecnologia finanziaria (in inglese Financial Technology o FinTech) è la fornitura di servizi e prodotti finanziari attraverso le più avanzate tecnologie dell’informazione (TIC)”] (Wikipedia, 2016b).

By contrast, the German Wikipedia definition of Fintech suggests that Fintech is an umbrella term for “modern technologies in the area of financial services” [“Finanztechnologie (auch verkürzt zu Fintech bzw. FinTech) ist ein Sammelbegriff für moderne Technologien im Bereich der Finanzdienstleistu ngen”] (Wikipedia, 2016c).

The French Wikipedia version is much closer to the English one, yet it does not define Fintech as an industry, but more loosely as an “area of activity” [“La technologie financière, ou FinTech, est un domaine d’activité dans lequel les entreprises utilisent les technologies de l’information et de la communication pour livrer des services financiers de façon plus efficace et moins couteuse”] (Wikipedia, 2016d).

Hence, just by comparing across languages one can already fathom the potential for misunderstandings. While the Frenchman may be talking about Fintech as a business segment, the German may be speaking about technologies, the Italian about a delivery channel and the native English speaker may refer to an entire industry. Being aware of potential pitfalls is all the more important as the term Fintech is derived from the English words Financial Technology and also used as such in various other languages. Thus people may automatically assume that they talk about identical things whilst they are not. In addition one should bear in mind that Fintech is a global phenomenon. Running into questions of semantics across languages may happen easier than anticipated.

Coping with ambiguity

However, we can live with this ambiguity in definitions. In fact we have been living with this ambiguity for years, if not decades, in other fields of business and academia. For example, think about the term “strategy”, “innovation” or “business model”. We use them on a daily basis, yet we have not established one common definition for any of them. Hence, having not one single definition for the word Fintech has not and should not prevent us from using it. However, when talking about Fintech we should make clear to our audience what we mean by Fintech. Providing a little explanation for our audience may therefore significantly improve the efficiency of communication and reduce the potential for misunderstandings. If you want to be extra polite you may also want to explain to your vis-à-vis why you use one specific definition and not another.

Once more I want to stress that none of the definitions provided above are right or wrong as such. Rather than that they are more or less useful in certain contexts. The definition I provided above, “Fintech is an industry made up of organizations using novel financial technology to support or enable financial services”, is very similar to the one provided by the Wharton Fintech Club and which is being promoted by the English Wikipedia site. Yet, I prefer to use the more broadly defined word organization instead of company. Companies are typically profit seeking and hierarchically organized. More and more often, however, we see non-hierarchical organizations such as The DAO to play a major role in the Fintech domain (The DAO, 2016). I purposely want to include these organizations in my definition. What is more, I tightened my definition in comparison to the Wharton definition by extending it for the word “novel”. I did this because otherwise the more comprehensive Wharton definition would also include just any incumbent bank running on Cobol-coded host systems as they are using this (admittedly ancient) technology to be more efficient. Lastly, I added the verb enable to my definition of Fintech as I am convinced that Fintech is not just about enhancing efficiency, but also more fundamentally about enablement. The distributed ledger rendered possible by Blockchain technology or micropayments made available through telecommunication systems are just examples for theses empowering technologies. Attention should be paid to the fact that innovation emanating from Fintech can be anything from purely complementary to highly disruptive. If the innovation is barely supporting an existing business model in financial services it is likely to be complementary, whereas it will receive the label disruptive if it jeopardizes existing business models.

I am well aware of the fact that the definition I use is far from perfect. For instance, it does not provide definitions for its components. Hence, one could rightly ask, “So what do you specifically mean by  ’industry’ and what by ’novel’”? And how do you delineate ’industry’ from ’ecosystem’?”. Moreover I am certain that also the definition I use nowadays will change over time with the advancement of technology and the evolution of business. Last but not least, there are many terms up and coming that constitute for spin-offs of the overall Fintech theme. Among those are “InsurTech”, “WealthTech”, “RegTech”, just to name a few. Time will show how are they will be used.

Nicolas Steiner, one of the founding members of Level39 recently shared an anecdote about a meeting with a couple of French speaking experts from the telecommunication industry who asked him whether Fintech stood for “the end of technology”. The reasoning for that being that they believed that Fintech was short for the French expression “la fin de la technologie”. I hope by providing and spreading sense making definitions of Fintech we will encounter less and less of such misunderstandings in the future.

Spiros Margaris, who is often referred to as one of the Key Influencers of Fintech scene, once stated “Fintech will never disappear, only some fintech startups will disappear.” No matter which definition was used here, it is almost safe to say that this statement will come true.

*At this point greetings go out to Nasir Zubairi who is considered to be one of the big Fintech minds of Luxembourg

References

Chishti, S., & Barberis, J. (2016). The FinTech Book: The Financial Technology Handbook for Investors, Entrepreneurs and Visionaries. Chichester, UK: John Wiley & Sons Ltd

Dany, O., Goyal, R., Schwarz, J., Berg, P. v. d., Scortecci, A., & Baben, S. t. (2016). Fintechs may be corporate banks’ best “Frenemies”.

Dietz, M., Khanna, S., Olanrewaju, T., & Rajgopal, K. (2015). Cutting through the FinTech noise: Markers of success, imperatives for banks. In G. B. Practice (Ed.): McKinsey & Company,.

Fintech Weekly. (2016). Fintech Definition.   Retrieved from https://www.fintechweekly.com/fintech-definition

Investopedia. (2016). Fintech.   Retrieved from http://www.investopedia.com/terms/f/fintech.asp

Merriam-Webster. (2016). fintech.

Oxford English Dictionary. (2016). fintech.   Retrieved from http://www.oxforddictionaries.com/definition/english/fintech

The DAO. (2016). Overview.   Retrieved from https://daohub.org/about.html

Wharton Fintech. (2014). What is FinTech?   Retrieved from https://medium.com/wharton-fintech/what-is-fintech-77d3d5a3e677#.kczb2jawk

Wikipedia. (2016a). Financial Technology.   Retrieved from https://en.wikipedia.org/wiki/Financial_technology

Wikipedia. (2016b). Tecnofinanza.   Retrieved from https://it.wikipedia.org/wiki/Tecnofinanza

Wikipedia. (2016c). Finanztechnologie.   Retrieved from https://de.wikipedia.org/wiki/Finanztechnologie

Wikipedia. (2016d). Technologie financière.   Retrieved from https://fr.wikipedia.org/wiki/Technologie_financi%C3%A8re

Wilson, H. (2015). The new shape of FinTech is making the world a better place.   Retrieved from https://www.finextra.com/blogposting/11518/the-new-shape-of-fintech-is-making-the-world-a-better-place

Professor Dr. Patrick Schüffel
patrick.schueffel@hefr.ch

Haute école de gestion Fribourg
Institute of Finance
Chemin du Musée 4
CH-1700 Fribourg

[posted on LinkedIn on July 20th]

 

Doing Away with an Urban Myth

Banking is necessary Banks are not

Who truly coined the phrase “Banking is necessary. Banks are not.”

Personally, I give Bill Gates credit for many a thing. Without his technology vision and his business acumen our daily lives would look totally different today. Yet, despite many sources on the Web claiming so, I give him no longer credit for the statement “Banking is necessary. Banks are not.”. After some tedious research on the Internet as well as in literature data bases the most convincing source of this quote became for me the former chairman and CEO of Wells Fargo, Mr. Richard M. Kovacevich. See Nocera, Joseph (1998): Banking is necessary-Banks are not. Fortune. May 11th, Vol. 137, Issue 9, p.84.

However, should you have any hard evidence proving the opposite, please do drop me a comment. Thanks!

Dr. Patrick Schüffel, A.Dip.C., M.I.B., Dipl.-Kfm.
Adjunct Professsor
Haute école de gestion Fribourg
Chemin du Musée 4
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Reflection Time: Innovation in Banking

What hampers Innovation in your bank

 

Innovating is intrinsically difficult. Coming up with an idea for a new service or product is just the mere beginning of what oftentimes turns out to be an extremely cumbersome journey. Moreover, the banking industry in particular is not especially innovation friendly. Being aware of obstacles on the road can help to clear those hurdles. So, whenever you enter on an innovation journey, spend a few minutes thinking of potential causes for troubles.

Dr. Patrick Schüffel, A.Dip.C., M.I.B., Dipl.-Kfm.
Adjunct Professsor
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Chemin du Musée 4
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What would happen if Google was to found a “Google Bank”?

GoogleBankWhy it could be worthwhile to look at the banking world over the rim of one’s tea-cup

Most likely the music industry would have never dreamt of Apple becoming their biggest competitor. In a similar vein established mail order businesses had never imagined that the auction house Ebay and the book store Amazon would suddenly pull the rug from under their feet. And the camera manufacturers of this world carefully watched each other’s every move but obviously lost sight of the digital competition. For Kodak this ended deadly.

But how about today’s banks? What would happen if an industry outsider would enter the banking industry and would pose a serious competition for the established players?  For instance, what would happen if Google would decide to setup a bank?

First of all it should be noted that the necessary cash is available. With approximately 60 billion US Dollar Google has a pile of cash at its disposal that is waiting to be assigned to a specified use. The entry hurdle cash is thus negligible. One could even go as far to say that Google could easily absorb a total write-off in case the banking venture should fail.

Moreover, cost advantages may arise through the technology leadership that Google possesses. Incumbent banks regularly struggle with IT legacy systems that had often been built in the eighties of the previous century. These core banking systems had not only been developed in programming languages which are hardly known these days any longer, but they are based on a process oriented approach which is antiquated given today’s object oriented program codes. Merely keeping those systems alive already eats up a fair share of the entire IT budget of many banks. Google would not have these legacy problems. Google could build a new bank based on the latest IT technology on a green field or – to be more precise – in a green cloud.

But does Google have the necessary reputation to do banking? Conventional wisdom has it that banks should be serious, conservative, maybe even a little bit outmoded. At first glance this notion does not sit well with a playful service provider whose corporate identity was coined by the colours of Lego bricks and that grew large in the Internet. At closer inspection, however, one can observe that already today clients entrust Google with almost any information. The trust in Google appears to be boundless as far was data is concerned. Why should that be different in money matters? 

But what about Google’s potential clients? Who would entrust a Google Bank with his or her money? In this context it must be noted that as of today Google has already more than 400 million clients with user accounts that source various products and services from Google, from email accounts over translation or navigation services to hardware such as the Google tablet. The list is almost open-ended. If only a fraction of these clients would become clients of a Google Bank it would mean millions.

To put it at its simplest the business model of Google consists of collecting, condensing and editing data in a user-friendly fashion. Google has honed this model to perfection. Should Google now decide to offer banking services we could also expect to see this type of sophistication in banking. As an extreme case Google could for example scan the mail box of a client (as is already happening today). If there are any indications that the client may want to purchase a house, Google could proactively offer a mortgage to this client. Google has the potential to reveal client needs and to make corresponding offers even before the client is clear on his or her need himself or herself.

Last but not least Google has an outstanding reputation as an employer. When it comes to winning employees for a new Google Bank, Google could easily keep up with incumbent banks – at least as far as the under 35 year olds are concerned. As the banking industry’s neophyte Google could differentiate itself from the alleged causers of the financial crisis. It is safe to assume that Google could fight the war for talent from a vantage point.  

If the preconditions are so favorable for Google why has Google then not long entered the banking industry? A plausible explanation could be that Google still considers the banking sector as too unattractive. But this could change soon as Google has already made first steps towards banking with the Google Wallet and by obtaining a license as an Electronic Money Institution. This leaves incumbent banks with two options in the meantime: one could be entering a partnership with Google and forming an alliance with the technology giant. The second option would be to swiftly whip finances into shape, to polish up the image of the bank, to increase the customer base, to improve client service and to enhance the relationship with the employees – quite simply to be geared to Google in these matters.

Hence, when looking at the own position in the banking industry, it could be worthwhile to get one’s bearings not solely by looking at the other competitors in the banking business. Looking at the banking world over the rim of one’s tea-cup could thus be a valuable exercise.

 

Note from the author:

This is the English translation of a German post that was published on the Swiss financial blog ‘Inside Paradeplatz’ on 04 March 2015. Due to numerous feedback on the German post, manifold requests of non-German speakers to translate the text, but also due to the fact that I attended some utmost inspiring presentations by Patrick Warnking and Sandra Emme of Google Switzerland in the meantime, I decided to also publish the English version of this post.

 

Dr. Patrick Schüffel, A.Dip.C., M.I.B., Dipl.-Kfm.
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Innovationskultur: Scheitern inbegriffen

schweizer-bank

vom 18.11.2015, von Madeleine Stäubli-Roduner

 

Bei tiefgreifenden Innovationen agieren viele Finanz­institute zögerlich. Sie könnten ein viel grösseres Potenzial ausschöpfen. Dafür müssen sie Innovationskultur von oben gezielt fördern und Impulse von aussen einbeziehen.

So funktioniert ein direktes Finanzierungssystem mit starker Kundenanbindung zu beiderseitigem Nutzen: Die US-amerikanische Firma Loyal3 bietet ihren Kunden an, Aktien von favorisierten Unternehmen unbürokratisch auf Facebook zu erwerben. Die Kosten sind drei Klicks. Während sich die «Liker» einen Dauerauftrag für den monatlichen Aktienkauf einrichten können, bringen verkaufswillige Unternehmen ihre Apps direkt auf ihrer Facebook-Site an. Diese verblüffende Idee wurde nicht in einem Finanzinstitut geboren.

Mit den dynamischen Fintech-Firmen können Banken im Kreativi­täts-Ranking kaum mithalten. Zwar an­erkennen Finanzinstitute, dass In­no­vationen unverzichtbar sind, aber an ihren bewährten Strukturen wollen sie meist festhalten. Zu diesem Befund kommt eine Umfrage der Swisscom bei 22 Schweizer Banken. Die Gründe für Innovationsbarrieren sind zahlreich: Oft werden Projektaufträge nur vage beschrieben, sodass ein ungezielter Aktionismus entsteht. Lange Entscheidungswege bremsen die Innovationskraft. Angestammtes Silodenken, starre Hierarchien und finanzielle Anreizsysteme verunmöglichen, aktiv Veränderungsprozesse angehen und neue Strategien effizient umsetzen zu können. Banken müssten erst lernen, mit Offenheit umzugehen, sagt auch Patrick Schüffel, Adjunct Professor an der Hochschule für Wirtschaft Fribourg: «Das «not invented here»-Syndrom ist noch weit verbreitet und entstammt einer Zeit, als Banken tatsächlich einen signifikanten Informationsvorsprung gegenüber der Aus­senwelt besassen.» Die kompetitiven Vorteile seien in den letzten Jahren massiv geschrumpft.

Mitarbeiter sind extrem kreativ, wenn man sie nur lässt

Doch gerade in herausfordernden Rahmenbedingungen sei ein hohes Mass an Kreativität gefragt, betont Jens-Uwe Meyer, Innovationsexperte und Geschäftsführer der Innolytics in Leipzig. Kreativität bedeute aber nicht, besonders ausgefallene Ideen zu entwickeln. Vielmehr habe ein Erfinder wie Thomas Edison seine Erfindungen genau um bestehende Regularien herum entwickelt. Auch Marco Abele, Leiter Digital Private Banking bei der Credit Suisse, will Innovation weitreichender definieren. «Innovation entsteht oft gerade dann, wenn äussere Einflüsse einem aufzwingen, gewisse Prozesse oder Modelle zu überdenken. Innovation ist insofern nichts anderes als die Lösung eines Problems.» Ob es nun um fortschreitende Digitalisierung, veränderte Kundenbedürfnisse, regulatorische Anforderungen oder Kostenfragen gehe – das seien alles gute Gründe dafür, innovative Lösungen zu finden.

Für solche Lösungen fehlt es den Finanzinstituten laut Meyer keinesfalls an fähigen Mitarbeitern: So hätten die Mitarbeiter einer regionalen deutschen Volksbank in einer der ärmsten Regionen des Landes eine eigene Softwareplattform entwickelt. «Mitarbeiter im Bankenbereich sind extrem kreativ, wenn man sie nur lässt», sagt Meyer. Woran fehlt es denn, damit sich bahnbrechende Einfälle zu neuen Geschäftsmodellen entwickeln können Als zentrale Faktoren nennt Meyer die Führungskräfte: Sie sollten ihre Mitarbeiter ermutigen, neue Ideen zu entwerfen, auch solche, die unrealisierbar und daher als «kreative Kollateralschäden» zu verbuchen seien. Innovation müsse Chefsache sein. Es gebe zahlreiche wissenschaftliche Studien, die nachwiesen, dass Unternehmen, in denen sich die oberste Führungsebene persönlich für Innovation einsetze, deutlich innovativer seien. Entscheidend, so sagt auch Abele, sind der Mut, neue Wege zu gehen und ein Management, das Innovation vorlebt. «Innerhalb des Digital Private Banking fördern wir gezielt innovatives Denken und Handeln, und wir geben den Mitarbeitern auch entsprechende Freiräume, um Ideen anzudenken und umzusetzen.» Nach Ansicht von Dozent Schüffel muss das Management sogar bewusst das Risiko eingehen, dass eine Vielzahl von Innovationen scheitern wird.

Wichtige Impulse kommen in den meisten Fällen von aussen

Um spezifische Ideen zu evaluieren, veranstaltet die Credit Suisse etwa ein internes Innovations-Crowdsourcing. Ebenfalls wichtig sei der Austausch mit kreativen Leuten ausserhalb des Unternehmens, sagt Abele. Dies sei einer der Gründe dafür, dass sich die Credit Suisse am Impact Hub Zürich beteiligt habe. «Dort werden einige unserer Mitarbeiter regelmässig tätig sein, sich vernetzen und an Projekten mit Start-ups und anderen Partnern mitarbeiten.» Dabei gewinnen sie laut Abele Freiheit, Raum und Nahtstellen zu anderen innovativen Organisationen, wodurch Innovation entstehen könne. Auch Hochschullehrer Schüffel ortet grosses Potenzial ausserhalb der Institute. Sie könnten mit einem minimalen Mehraufwand ein wesentlich grösseres Reservoir von Ideen anzapfen, als dies jemals mit internen Innovationsinseln möglich sei. Die sogenannte «Open Innovation» sieht er als eine der effizientesten Methoden für Schweizer Banken. Mit dem Motto «Most smart people don’t work for this firm» werden Kunden mittels Internet-Plattformen in die Ideensuche einbezogen, denn der Kunde wisse, wo der Schuh drücke.

Schüffel hat mit einem Team die erste internationale Open-Innovation-Plattform für Finanzdienstleister entwickelt. Die Resonanz von Seiten der Schweizer Banken sei «bisher sehr zurückhaltend gewesen». Sie hätten wohl Interesse an der Plattform geäussert, jedoch keinerlei Projekte angestossen. Immerhin bauten grosse Bankinstitute immer öfter eigene Innovationsabteilungen auf und seien daher über die Thematik unterrichtet. Nun erwägt Schüffel, die Plattform im ersten Schritt nur firmenintern zu nutzen. «Wenn man bedenkt, dass Banken mitunter auch Tausende von Mitarbeitern in verschiedenen Ländern beschäftigen, könnte eine firmeninterne Verwendung ein grosser erster Schritt in Richtung Open Innovation sein.»

Solche Konzepte sind laut Meyer in vielen Banken noch nicht verbreitet, denn: «Die Angst, sich dem Kunden gegenüber zu öffnen, ist aktuell noch zu gross.» Ein Forschungsprojekt der Hochschule für Wirtschaft Fribourg ortet als hemmende Faktoren einen eklatanten Mangel an Wissen über Innovations-Management-Techniken und fehlende Offenheit für neues Wissen aus neuartigen Quellen. Entscheidungsträger in der Bankenbranche orientierten sich gerne an Peers und fühlten sich damit bestens informiert. «Dabei wird regelmässig übersehen, dass massgebliche Entwicklungen zunehmend ausserhalb der Bankenbranche stattfinden beziehungsweise im Fintech-Sektor», sagt Schüffel. Auch Abele ist überzeugt, dass Banken von Fintech- und Technologieunternehmen lernen könnten, etwa, wie sie ihre Prozesse strukturieren und schnell auf veränderte Bedürfnisse reagieren könnten. «Wir erachten es deshalb für wichtig, auch als Grossbank nah an der Fintech-Szene dran zu sein», so Abele. Letztlich aber könne auch eine innovationsförderliche Kultur nur dann funktionieren, wenn die Führungsetage diese selbst vorlebe.

 

Source: http://www.schweizerbank.ch/de/artikelanzeige/artikelanzeige.asp?pkBerichtNr=188766

Innovationskultur: Scheitern inbegriffen

Schweizer Bank, 18.11.2015,
Madeleine  Stäubli-Rodune

 

Bei tiefgreifenden Innovationen agieren viele Finanz­institute zögerlich. Sie könnten ein viel grösseres Potenzial ausschöpfen. Dafür müssen sie Innovationskultur von oben gezielt fördern und Impulse von aussen einbeziehen.

So funktioniert ein direktes Finanzierungssystem mit starker Kundenanbindung zu beiderseitigem Nutzen: Die US-amerikanische Firma Loyal3 bietet ihren Kunden an, Aktien von favorisierten Unternehmen unbürokratisch auf Facebook zu erwerben. Die Kosten sind drei Klicks. Während sich die «Liker» einen Dauerauftrag für den monatlichen Aktienkauf einrichten können, bringen verkaufswillige Unternehmen ihre Apps direkt auf ihrer Facebook-Site an. Diese verblüffende Idee wurde nicht in einem Finanzinstitut geboren.

Mit den dynamischen Fintech-Firmen können Banken im Kreativi­täts-Ranking kaum mithalten. Zwar an­erkennen Finanzinstitute, dass In­no­vationen unverzichtbar sind, aber an ihren bewährten Strukturen wollen sie meist festhalten. Zu diesem Befund kommt eine Umfrage der Swisscom bei 22 Schweizer Banken. Die Gründe für Innovationsbarrieren sind zahlreich: Oft werden Projektaufträge nur vage beschrieben, sodass ein ungezielter Aktionismus entsteht. Lange Entscheidungswege bremsen die Innovationskraft. Angestammtes Silodenken, starre Hierarchien und finanzielle Anreizsysteme verunmöglichen, aktiv Veränderungsprozesse angehen und neue Strategien effizient umsetzen zu können. Banken müssten erst lernen, mit Offenheit umzugehen, sagt auch Patrick Schüffel, Adjunct Professor an der Hochschule für Wirtschaft Fribourg: «Das «not invented here»-Syndrom ist noch weit verbreitet und entstammt einer Zeit, als Banken tatsächlich einen signifikanten Informationsvorsprung gegenüber der Aus­senwelt besassen.» Die kompetitiven Vorteile seien in den letzten Jahren massiv geschrumpft.

Mitarbeiter sind extrem kreativ, wenn man sie nur lässt

Doch gerade in herausfordernden Rahmenbedingungen sei ein hohes Mass an Kreativität gefragt, betont Jens-Uwe Meyer, Innovationsexperte und Geschäftsführer der Innolytics in Leipzig. Kreativität bedeute aber nicht, besonders ausgefallene Ideen zu entwickeln. Vielmehr habe ein Erfinder wie Thomas Edison seine Erfindungen genau um bestehende Regularien herum entwickelt. Auch Marco Abele, Leiter Digital Private Banking bei der Credit Suisse, will Innovation weitreichender definieren. «Innovation entsteht oft gerade dann, wenn äussere Einflüsse einem aufzwingen, gewisse Prozesse oder Modelle zu überdenken. Innovation ist insofern nichts anderes als die Lösung eines Problems.» Ob es nun um fortschreitende Digitalisierung, veränderte Kundenbedürfnisse, regulatorische Anforderungen oder Kostenfragen gehe – das seien alles gute Gründe dafür, innovative Lösungen zu finden.

Für solche Lösungen fehlt es den Finanzinstituten laut Meyer keinesfalls an fähigen Mitarbeitern: So hätten die Mitarbeiter einer regionalen deutschen Volksbank in einer der ärmsten Regionen des Landes eine eigene Softwareplattform entwickelt. «Mitarbeiter im Bankenbereich sind extrem kreativ, wenn man sie nur lässt», sagt Meyer. Woran fehlt es denn, damit sich bahnbrechende Einfälle zu neuen Geschäftsmodellen entwickeln können Als zentrale Faktoren nennt Meyer die Führungskräfte: Sie sollten ihre Mitarbeiter ermutigen, neue Ideen zu entwerfen, auch solche, die unrealisierbar und daher als «kreative Kollateralschäden» zu verbuchen seien. Innovation müsse Chefsache sein. Es gebe zahlreiche wissenschaftliche Studien, die nachwiesen, dass Unternehmen, in denen sich die oberste Führungsebene persönlich für Innovation einsetze, deutlich innovativer seien. Entscheidend, so sagt auch Abele, sind der Mut, neue Wege zu gehen und ein Management, das Innovation vorlebt. «Innerhalb des Digital Private Banking fördern wir gezielt innovatives Denken und Handeln, und wir geben den Mitarbeitern auch entsprechende Freiräume, um Ideen anzudenken und umzusetzen.» Nach Ansicht von Dozent Schüffel muss das Management sogar bewusst das Risiko eingehen, dass eine Vielzahl von Innovationen scheitern wird.

Wichtige Impulse kommen in den meisten Fällen von aussen

Um spezifische Ideen zu evaluieren, veranstaltet die Credit Suisse etwa ein internes Innovations-Crowdsourcing. Ebenfalls wichtig sei der Austausch mit kreativen Leuten ausserhalb des Unternehmens, sagt Abele. Dies sei einer der Gründe dafür, dass sich die Credit Suisse am Impact Hub Zürich beteiligt habe. «Dort werden einige unserer Mitarbeiter regelmässig tätig sein, sich vernetzen und an Projekten mit Start-ups und anderen Partnern mitarbeiten.» Dabei gewinnen sie laut Abele Freiheit, Raum und Nahtstellen zu anderen innovativen Organisationen, wodurch Innovation entstehen könne. Auch Hochschullehrer Schüffel ortet grosses Potenzial ausserhalb der Institute. Sie könnten mit einem minimalen Mehraufwand ein wesentlich grösseres Reservoir von Ideen anzapfen, als dies jemals mit internen Innovationsinseln möglich sei. Die sogenannte «Open Innovation» sieht er als eine der effizientesten Methoden für Schweizer Banken. Mit dem Motto «Most smart people don’t work for this firm» werden Kunden mittels Internet-Plattformen in die Ideensuche einbezogen, denn der Kunde wisse, wo der Schuh drücke.

Schüffel hat mit einem Team die erste internationale Open-Innovation-Plattform für Finanzdienstleister entwickelt. Die Resonanz von Seiten der Schweizer Banken sei «bisher sehr zurückhaltend gewesen». Sie hätten wohl Interesse an der Plattform geäussert, jedoch keinerlei Projekte angestossen. Immerhin bauten grosse Bankinstitute immer öfter eigene Innovationsabteilungen auf und seien daher über die Thematik unterrichtet. Nun erwägt Schüffel, die Plattform im ersten Schritt nur firmenintern zu nutzen. «Wenn man bedenkt, dass Banken mitunter auch Tausende von Mitarbeitern in verschiedenen Ländern beschäftigen, könnte eine firmeninterne Verwendung ein grosser erster Schritt in Richtung Open Innovation sein.»

Solche Konzepte sind laut Meyer in vielen Banken noch nicht verbreitet, denn: «Die Angst, sich dem Kunden gegenüber zu öffnen, ist aktuell noch zu gross.» Ein Forschungsprojekt der Hochschule für Wirtschaft Fribourg ortet als hemmende Faktoren einen eklatanten Mangel an Wissen über Innovations-Management-Techniken und fehlende Offenheit für neues Wissen aus neuartigen Quellen. Entscheidungsträger in der Bankenbranche orientierten sich gerne an Peers und fühlten sich damit bestens informiert. «Dabei wird regelmässig übersehen, dass massgebliche Entwicklungen zunehmend ausserhalb der Bankenbranche stattfinden beziehungsweise im Fintech-Sektor», sagt Schüffel. Auch Abele ist überzeugt, dass Banken von Fintech- und Technologieunternehmen lernen könnten, etwa, wie sie ihre Prozesse strukturieren und schnell auf veränderte Bedürfnisse reagieren könnten. «Wir erachten es deshalb für wichtig, auch als Grossbank nah an der Fintech-Szene dran zu sein», so Abele. Letztlich aber könne auch eine innovationsförderliche Kultur nur dann funktionieren, wenn die Führungsetage diese selbst vorlebe.

Originalartikel: hier

 

Open Innovation: Bloss Fehlanzeige bei Schweizer Banken

 

 

 

Die Schweizer Banken sind noch Lichtjahre von Open-Innovation-Plattformen entfernt. Dabei liessen sich damit zu extrem tiefen Kosten extrem viele grossartige Ideen gewinnen, sagt der Ex-Credit-Suisse-Manager und heutige Finanzprofessor Patrick Schüffel.

Von Patrick Schüffel, Professor an der Hochschule für Wirtschaft Fribourg und Direktor des dortigen Instituts für Finanzen

McDonald’s tut es und BMW auch, Mammut, Coca-Cola und Bosch ebenso wie Procter & Gamble. Sogar Napolen Bonaparte tat es. Sie alle betreiben – oder im Falle Napoleons betrieben – Open Innovation.

McDonald’s lancierte in Deutschland die Aktion «Mein Burger», in der Kunden ihren eigenen Hamburger zustellen konnten. Der Outdoor-Bekleidungshersteller Mammut suchte auf der Open-Innovation-Plattform Atizo nach Ideen für einen neuen wetterfesten Reissverschluss.

Wie Napoleon die Konservendose erfand

Und Coca-Cola ist auf Facebook und mit einer «Happiness App» bei Millionen von Usern auf der Suche nach neuen Marketing Themen. Bei Bosch wird auf der firmeneigenen Open-Innovation-Website vor aller Welt diskutiert, ob man nicht Plastikventilatoren statt Metallventilatoren in Autobauteilen nutzen sollte.

Die Firma Procter & Gamble bediente sich der Experten-Plattform Innocentive, um ihr Multi-Millionen-Dollar-Produkt «Spin Brush» zu kreieren. Und Napoleon schliesslich, schrieb einen Wettbewerb aus, in dem die besten Ideen eingereicht werden sollten, wie man Lebensmittel für seine Truppen besser haltbar zu machen. Ihm verdanken wir die Konservendose.

Die Geschwindigkeit der Ideen

So unterschiedlich die zu Grunde liegenden Fragestellungen auch sein mögen, die Motivation, sich des Open-Innovation-Ansatzes zu bedienen, ist immer identisch: Warum nur ein paar wenige Köpfe auf wichtige Fragestellungen ansetzen, wenn sich ebenso Dutzende, Tausende, ja sogar Millionen mit dieser Fragestellung auseinander setzen könnten.

Dabei besteht der Vorteil dieser Methode nicht nur in der schieren Anzahl von Ideen, welche Firmen damit einsammeln können. Die Geschwindigkeit, mit der Ideen unterbreitet werden, ist ebenfalls höher und der «Fit» der Ideen ist mitunter extrem gross, wenn es sich bei den Ideengebern ebenso um Kunden handelt.

Was machen die Schweizer Banken?

Das Beste dabei ist: Die Kosten, die der Open-Innovation-Ansatz verursacht, sind vergleichsweise gering. Dies ist sicherlich ein Faktor, der gerade in der heutigen Zeit nicht zu vernachlässigen ist.

Und was machen die Schweizer Banken? Fehlanzeige in Sachen Open Innovation. Oder um präzise zu sein, abgesehen von ein paar spärlichen Ausnahmen – Fehlanzeige.

Lichtjahre davon entfernt

Zwar haben die einen oder anderen Schweizer Banken schon die eine oder andere Frage auf der Open-Innovation-Plattform Atizo zur Diskussion gebracht, beispielsweise einen neuen Marketing-Claim. Aber mit diesem punktuellen Einsatz von Open Innovation sind sie noch Lichtjahre davon entfernt, dieses Konzept als festen Bestandteil ihrer Unternehmensprozesse zu betrachten.

Dabei gibt es durchaus Beispiele, wie es gehen könnte. Die Commenwealth Bank of Australia etwa macht mit ihrer «Idea Bank» (Bilder oben) vor, wie man kontinuierlich auch im Bankgeschäft Open Innovation betreiben kann. Seit etlichen Jahren vergibt sie jedes Quartal 10’000 australische Dollar für die beste Idee, die ihr unterbreitet wird.

Banking für das 21. Jahrhundert

Barclays in Grossbritannien hat mit der Website «We’re listening» eine Stelle geschaffen, wo Kunden der Bank ihre Ideen mitteilen können. Unsere österreichischen Nachbarn wiederum haben bei der Sparkasse das S-Lab erschaffen, wo regelmässig Aufrufe an Kunden ergehen, sich mit bestimmten Problemstellungen zu befassen.

Die Avanza Bank in Schweden hat die Internet Initiative «Labs» gestartet, in der wiederum jeder Kunde jegliche Ideen eingeben kann. Auch die russische Sberbank hat mit «Sberbank 21» eine Open-Innovation-Initiative auf den Weg gebracht, um Ideen für das Banking des 21. Jahrhunderts einzusammeln.

Unmengen neuer Ideen

Was ist also los, warum hat Open Innovation nicht schon längst auch in der Schweizer Bankenbranche Einzug gehalten? Die Vorteile liegen doch auf der Hand: Unter vergleichsweise extrem geringen Kosten könnten extrem schnell Unmengen neuer Ideen für das Schweizer Banking generiert werden.

Liegt es eventuell daran, dass wir uns generell mit Neuerungen schwer tun und erst recht mit solch weitreichenden Neuerungen wie Open Innovation?

Leiden an einem Syndrom?

Liegt es an der Kultur der Schweizer Banken, die vielleicht immer noch unter dem «Not invented here»-Syndrom leiden und jeglicher Idee, die von aussen auf die Firma zugetragen wird, misstrauisch gegenüber steht?

Liegt es möglicherweise an einem Hierarchiedenken, das es allenfalls nicht zulässt, dass eventuell ein Kunde eine (bessere) Idee hat, die der Produktexperten der Bank nicht hatte?

Zunächst vielleicht ein Widerspruch

Möglich. Aber all diese Gründe sind es kaum wert, es nicht doch einmal mit Open Innovation zu probieren. Zudem könnte man ja zunächst einmal klein anfangen und Open Innovation innerhalb der Firma praktizieren, auch wenn dies zunächst einmal wie ein Widerspruch in sich aussehen würde.

Warum nicht fachspezifische Fragestellungen einem grösseren Publikum öffnen? Warum nicht eine firmeninterne Website bereitstellen, auf welcher der Kundenberater mit den Experten von Strukturierten Produkten darüber diskutieren kann, ob und wie Hypotheken gegebenenfalls mit solchen Finanzinstrumenten ergänzt werden könnten.

Fast nichts zu verlieren

Warum nicht alle Mitarbeiter befragen, wie mehr Kreditkartenpakete abgesetzt werden könnten. Warum nicht sämtliche Personalkunden – falls Interesse besteht – miteinbeziehen, wenn es darum geht, neue Self-guided Internet-Angebote zu erstellen?

Die Möglichkeiten, die sich den Banken mit Open Innovation bieten, stellen ein ungeahntes Potential dar, das noch nicht einmal ansatzweise abgerufen wurde. Es gibt mit diesem Ansatz fast nichts zu verlieren, aber mit Nicht-Einsatz von Open Innovation eine Menge zu verlieren – im schlimmsten Fall die Wettbewerbsfähigkeit.

Originaltext: hier